Aachener Zeitung 11.08.2009
Aachener Zeitung 26.05.2009
Aachener Nachrichten 19.12.2008
Aachener Zeitung 18.12.2008
Aachener Zeitung 12.05.2004
Aachener Nachrichten 27.11.2002
Kirchenzeitung März/April 1999
Aachener Nachrichten 20.02.1999
WDR Lokalzeit Aachen 07.07. und 06.10.2004

 

Pressetext vom 11.08.2009

Aachener Zeitung vom 11.08.2009

"Nicht gewachsen weil wir das so toll finden"

Aachen. Eigenlich erwartet man strahlende Gesichter in der Chefetage, wenn ein Laden kontinuierlich wächst und die Zahl der Kunden immer weiter ansteigt. Wenn das Geschäft dann pünktlich zum zehnjährigen Bestehen in neuen, besseren Räumen seine Pforten öffnet, dürfte die Stimmung gar nicht besser sein. Aber Jutta Schlockermann ist nicht zum Feiern zumute. "Wir sind nicht gewachsen, weil wir das alles hier so toll finden", sagt die Vorsitzende der Aachener Tafel.
Als die gemeinnützige Hilfsorganisation vor zehn Jahren sein Geschäft am Adalbersteinweg begann, hat das alles auf einer Fläche stattgefunden, die fast noch kleiner gewesen ist als Schlockermanns heutiges Büro. Nach dem allein aus Spenden finanzierten Umzug von der Goerdeler in die Clermontstraße (wir berichtiteten) stehen der "Tafel" jetzt 168 Quadratmeter zur Verfügung — plus Innenhof, den man in Eigenarbeit überdacht hat.
50000 Euro hat der Verein in die neue Bleibe investiert. "So viel, wie wir in einem vergleichbaren Gebäude insgesamt an Miete hätten zahlen müssen", verrät Schlockermann und hofft, dass die "Tafel" um einiges länger im einstigen Straßenreinigungslager bleibt als die zunächst festgeschriebenen fünf Jahre: "Wir wollen hier zur Ruhe kommen", sagt sie, schließlich habe man zwei Jahre nach einer Immobilie gesucht, die die wichtigsten Kriterien erfüllt: Verbleib im Viertel, regengeschützter Außenbereich, vernünftige Busanbindungen.
Zur Ruhe kommen würde die Vorsitzende der Aachener Tafel allerdings auch gern in einem ganz anderen Sinne. In der Goerdeler Straße, erzählt sie, habe es eine Zeit gegeben, da waren 80 Einzelkunden am Tag schon nicht wenig. Jetzt sind es mehr als 200 Haushalte, die jeden Tag die Einrichtung besuchen — nur sonntags bleiben die Türen verschlossen. "Irgendwann ist eine Grenze erreicht", prognostiziert Schlockermann schon am ersten Verkaufstag im neuen Laden, der wieder gut und damit viel besser besucht ist, als sie es sich wünscht. Besonders der Anteil der Familien in der Kundschaft "wächst überproportional", beklagt Schlockermann.
Uns so ist sie dankbar für die neuen Räume, sieht aber beileibe keinen Grund zum Feiern. "Wir haben hier wieder Perspektive, aber die Tafel kann nur die Symptome lindern und nicht das Problem Armut lösen. Armut ist ein Strukturproblem; das müssen andere angehen."

Mischa Wyboris

Bildunterschrift: Erst angepackt, dann ausgepackt: Nach dem Umzug hat das Team der Tafel um Vorsitzende Jutta Schlockermann (rechts) seinen neuen Laden in der Clermontstraße eröffnet.
Foto: Michael Jasper

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Pressetext vom 26.08.2009

Aachener Zeitung vom 26.05.2009

4000 Euro helfen der Aachener Tafel

Aus den Erträgen des Gewinnsparvereins der Sparda-Bank West e.V. erhalten in diesem Jahr die Tafeln in NRW eine große Unterstützung. Auf Einladung des Ministerpräsidenten des Landes NRW, Dr. Jürgen Rüttgers, wurde jetzt in Düsseldorf symbolisch der Gesamtbetrag von 122 000 Euro vom Vorstand der Sparda Band West e.V. und an die Ländervertreter der Tafeln in NRW übergeben. Die Aachener Tafel e.V. ist glücklich, dass sie mit 4000 Euro berücksichtigt wird. Der Betrag wird in die Umbauarbeiten und in die Einrichtung der Räume an der Clermontstraße einfließen. Die Spende der Sparda-Bank ist bemerkenswert, weil die Aachener Tafel hier bereits bei der Anschaffung ihrer beiden Kühlfahrzeuge in den vergangenen Jahren großzügige Unterstützung fand. Weiter Infos erhält man unter 99 77 474, info@aachener-tafel.de, www.aachener-tafel.de
Foto: Kurt Bauer

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Pressetext vom 19.12.2008

Aachener Nachrichten vom 19.12.2008

Noch ein paar Apfelsinen gibt es obendrauf

Die Aachener Tafel verteilt am Donnerstag 2000 Weihnachtskisten an Bedürftige. Freiwillige haben alle Hände voll zu tun.

Aachen. Einige haben bessere Zeiten gesehen. Da ist die Dame im Pelzmantel, die genauso geduldig ansteht wie die Frau mit der Windjacke aus dem Sonderangebot. Vor der Clermontstrasse 10, dem neuen Refugium der Aachener Tafel, stehen am Donnerstag die Menschen auf beiden Straßenseiten dicht gedrängt. Viele haben ihre Kundenausweise gezückt. Die wollen sie sofort vorzeigen, wenn sie dran sind. Denn Verzögerungen könnten die anderen ja verärgern. Die Tafel gibt Weihnachtspakete raus an ihre Kundschaft. Damit auch die ein schönes Christfest feiern können, mit einem guten Getränk, ein paar Printen, Marzipan, Schokolade und was sonst noch dazu gehört.
Nach Farben sind die Ausweise sortiert, so kann jeder selbst sehen, wann er sein Paket unter den 2000 abgelieferten aussuchen kann. Diejenigen mit gelben Kundenausweisen sind zwischen 10 und 12 Uhr dran, von 12 bis 14 Uhr können sich die Kunden mit violetten Karten ihre Festtagsfreude sichern, die blauen schließlich können den Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr nutzen.

Tafelvorsitzende Jutta Schlockermann wartet am Eingang und schneidet erstmal ein Eckchen des Ausweises ab. "So kann sich keiner ein zweites Mal anstellen." Sie freut sich, dass nach dem eiskalten Nieselregen am Mittwoch wenigstens am Ausgabetag auch das Wetter weitgehend trocken bleibt. "Sie können auch das Foto meines Mannes abschneiden", scherzt eine Frau. Man merkt, die Kunden kennen sich und auch die Helfer der Tafel.
Die Menschen die warten, sind schon etwas aufgeregt vor der Bescherung. "Was wird wohl diesmal dabei sein?", fragt eine vielleicht 60-Jährige ihren Begleiter mit unüberhörbar russischem Akzent. Er zuckt nur die Schultern. Beide haben Einkaufstrolleys mitgebracht. So ist es nicht so schwer, die von warmherzigen Öchern gespendeten Leckereien nach Hause zu transportieren.

Ab in die Trolleys

Die freiwilligen Helfer der Tafel haben alle Hände voll zu tun. "Achtung, machen sie Platz, hier kommt ein neues Paket", bitten sie die Wartenden freundlich zur Seite. Am laufenden Band holen die rund 35 ehren- und hauptamtlichen Helfer die Kisten nach vorne.
Mehrere stehen an Festzelttischen, wo Körbe, Kisten und Pakete in die mitgebrachten Einkaufsroller umgepackt werden. Noch ein paar Apfelsinen obendrauf oder auch Hundefutter für Hundehalter, dann ist der nächste dran. Ziemlich fix, aber immer freundlich und herzlich.
Heute Abend wissen wir, was wir getan haben, sagt Michael Nelessen. Rolf Isaac ergänzt: "Wir haben ja gestern schon jede Menge geschleppt." Immerhin mussten am Mittwoch 2000 Kisten gelagert werden.

Eine alte Frau wird von ihrem Enkel begleitet. Er zieht den Einkaufswagen und stützt mit der anderen Hand seine Oma: "Ich bin 1945 aus Ostpreußen geflohen. Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet, und jetzt bin ich auf andere angewiesen", klingen ihre Worte etwas verbittert. 765 Euro Rente werden der 80-Jährigen monatlich überwiesen, der Sohn und der Enkel haben keine Arbeit. "Ein Glück, dass es die Tafel gibt", sagt sie leise.

Georg Dünnwald

Bildunterschrift: Die Helferinnen und Helfer der Tafel hatten gestern alle Hände voll zu tun. 2000 Weihnachtskisten wurden in den Räumen an der Goerdeler Straße verteilt.
Foto: Harald Krömer

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Pressetext vom 18.12.2008

Aachener Zeitung vom 18.12.2008

Große Herzen im kleinen Stau

Aachener Tafel frohlockt über neuen Rekord: Rund 2000 "Weihnachtskisten" wurden gestern in der Clermontsraße abgegeben. Auch zwei Schulklassen schleppten, damit andere schlemmen können.

Aachen. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit: Für die vielen Helfer der Aachener Tafel ist die Adventsbotschaft an diesem fiesen Dezembertag handfestes Programm. Mehr noch. "Letzte Woche", erzählt Jutta Schlockermann, "haben wir noch ein paar Wände herausgerissen, damit wir genug Platz haben." Die gute Frau ist eben auch Optimistin von Beruf. Wäre doch gelacht, wenn die zählbare Zielmarke in Sachen Nächstenliebe nicht auch diesmal erreicht würde- auch wenn die "Weihnachtskistenaktion" ausnahmsweise nicht im feinen Ballsaal, sondern im designierten neuen Quartier des Vereins an der Clermontstraße über die Bühne geht. "1700 Pakete müssen wir wenigstens bekommen", hofft die Tafel-Leiterin. Sie sagt "müssen", denn: "So viele Gaben von Aachener Bürgern haben wir vergangenes Jahr an Bedürftige ausgeteilt." Deren Zahl ist seither nicht geringer geworden, sondern gewachsen. Und bei der Ausgabe am heutigen Donnerstag wollen die etwas anderen Festboten natürlich keinen mit leeren Händen heimschicken. Am Ende eines anstrengenden Tages kann nicht nur die Tafel Chefin frohlocken. Rund 2000 Weihnachtsgaben – 300 mehr als im Vorjahr – werden in knapp acht Stunden nach Forst gerollt sein.

Im Nieselregen neben dem Stahlportal am Ex- Depot des Stadtbetriebs steht Winfried Schultz "Schmiere" für einen großen Coup der durchaus ehrenwerten Art, der auch von unserer Zeitung und dem WDR unterstützt wird. Vor einer halben Stunde hat das Tafel-Team besagtes Tor weit geöffnet. Für selbstbeflissenen Smalltalk hat Herr Schultz daher kein Ohr, nur Augen für die Kolonnen der Kartons, die schnurstracks in den Hof wandern. Bestandsaufnahme in Sachen Barmherzigkeit, könnte man sagen: "160 Pakete bisher", zählt er mit gerunzelter Stirn.

Seine Gemütslage hellt sich mit gleicher Rasanz auf, wie die Garagen hinterm Tor sich füllen. "Über 300" vermeldet er zehn Minütchen später. Denn auch die Mädchen aus der 10c des St.-Ursula-Gymnasiums nehmen ihre tragenden Rollen mit sichtlichem Spaß wahr – genau wie die Pennäler der Klaus Hemmerle Schule, die am Nachmittag zur zweiten "Schicht" anrücken.

Während Rolf Isaac und sein Bruder Thomas drinnen alle Hände voll zu tun haben, um die Fülle der Festgaben zu sortieren, bricht draußen ein kleines Blechchaos aus. Kofferräume werden aufgerissen, voll gepackt mit liebvoll bestückten Kisten voller Schokolade, Kaffee, Kuchen, Apfelsinen und haltbaren Lebensmitteln aller Art. Marliese und Ulrich Schröder zum Beispiel haben sich ihren ersten Wunsch zum fest gerade erfüllt. Sie sind eigens aus Heinsberg angereist, um ihr Scherflein beizutragen. "Als wir das erste Weihnachtspaket bei der Tafel abgegeben haben, waren wir erschüttert, dass es so viele Menschen gibt, die nicht einmal genug haben, um ihren Kindern eine Freude zu bereiten", erzählt Marliese Schröder. "Wir beten dafür, dass es diesen Menschen bald besser geht."

Kurz bevor das Eisentor an der Clermontstrasse geschlossen wird, hat Winfried Schultz die 1700 mehr als "vollgemacht" – und seine Kollegen haben die Räume dahinter fast bis unters Dach bestückt.

Matthias Hinrichs

Bildunterschrift: Ehrensache: Elisabeth Hannemann ist eine von zahlreichen Ehrenamtlichen, die mit dafür gesorgt haben, dass rund 2000 Weihnachtskisten heute an Bedürftige verteilt werden können.
Foto: Michael Jaspers

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Pressetext vom 12.05.2004

Aachener Zeitung 12.05.2004

An der Aachener Tafel wächst die Nachfrage

Laden für Bedürftige bezieht Räume in der Goerdelerstraße. Spendenbereitschaft bei Firmen lässt nach.

Von unserer Mitarbeiterin Rauke Xenia Grimm

Aachen. Die Gewoge brachte Blumen und begrüßte so den neuen Mieter der städtischen Räume in der Goerdelerstraße 6: Die Aachener Tafel hat dort eine neue Örtlichkeit bezogen. Auf 98 Quadratmetern finden ein Büro, ein kleiner Vereinsraum, ein Lager und vor allem ein freundlicher Verkaufsraum Platz.
Seit Februar 1999 verkauft die Aachener Tafel gespendete Lebensmittel an bedürftige Kunden zu einem symbolischen Preis – zunächst in Räumen am Adalbertsteinweg, dann kurzfristig bei der Wabe in der Ottostraße und jetzt seit Ende April in der Goerdelerstraße.
"Die meisten unserer Kunden kommen aus der Gegend zwischen Ostviertel und Driescher Hof. Deshalb war es uns wichtig, in diesem Viertel zu bleiben und hier neue Räume zu finden", sagte Jutta Schlockermann, Vorsitzende der Aachener Tafel. Die Räume am Adalbertsteinweg waren zu klein geworden.

Kooperation mit Kitas

Durch die neue Nähe zur benachbarten AWO-Kindertagesstätte entstand außerdem die Idee einer Kooperation mit den Kindertagesstätten im Ostviertel: "Manchmal bekommen wir sehr große Mengen gleicher Lebensmittel gespendet, zum Beispiel Cornflakes oder Joghurt. Unsere Ladenkundne können das nicht alles aufbrauchen, weil die Haltbarkeit in der Regel beschränkt ist", erklärt Schlockermann. In den Kindertagesstätten wären die benötigten Mengen indes ungleich größer.

Neue Einlasspraxis

Auch in der Einlasspraxis hat die Tafel etwas geändert: Jeder Kunde bekommt, nachdem der seine Bedürftigkeit nachgewiesen hat eine Kundenkarte.
In abwechselnder Reihenfolge und an bestimmten Tagen gehört so jeder Kunde mal zu denen, die als ertste in den Laden und so aus dem vollen Angebot auswählen können. "Die Nachfrage ist bei uns leider größer als das Angebot", wies Schlockermann auf zunehmend steigende Nutzerzahlen hin. Täglich kommen 70 bis 80 Kunden in den Tafel-Laden. " Die vorherige Losvergabe war zwar auch gerecht, jetzt ist der Tafel-Besuch für unsere Kunden aber besser planbar."
Gerne würde die Tafel ihren Kunden eine größere Auswahl an Lebensmitteln Auswahl bieten, doch die schwierigen Zeiten sind an der Spendenbereitschaft von Lebensmittel produzierenden und verkaufenden Firmen nicht spurlos vorüber gegangen. "Sie ist spürbar zurückgegangen", so die Vorsitzende.
Sehr treu sind uns aber die Aachener Bäcker. Hier können wir uns nach wie vor auf regelmäßige Spenden verlassen."

Ehrenamtliche Helfer sind willkommen

- Die Aachener Tafel öffnet ihren Laden in der Goerdelerstraße 6 werktags immer um 17 Uhr, samstags um 14 Uhr.
- Besonders Lebensmittelspenden benötigt der gemeinnützige Verein. Immer wieder werden aber auch ehrenamtliche Helfer gesucht, die im Laden verkaufen oder gespendete Lebensmittel bei den Spendern abholen. Sowohl Spender als auch Helfer können sich unter Tel.: 9977474 melden.
- Weiter Informationen zur Aachener Tafel gibt es im Internet unter der Adresse www.aachener-tafel.de.

Bildunterschrift: Freuen sich über die neuen Räume in der Goerdelerstraße: Jutta Schlockermann (rechts), Vorsitzende der Aachener Tafel, und einige ihrer Mitarbeiter.
Foto: Kurt Bauer

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Pressetext vom 27.11.2002

Aachener Nachrichten 27.11.2002

Jetzt wurde ein Kühlauto übernommen – Lebensmittel für Bedürftige

Die "Aachener Tafel" wächst immer weiter

Von Nachrichten-Mitarbeiter Maurice Kneisel

Aachen. Die Mitglieder der Aachener Tafel feierten jetzt gemeinsam mit Sponsoren die Übergabe eines Kühlautos. Durch dieses sollen die Abholungen und Auslieferungen von gespendeten Lebensmitteln verbessert werden.

Ehrenamtliche Mitarbeiter und Sponsoren trafen sich zum Sektempfang im Restaurant Aquarium in Diepenbenden. Für die musikalische Begleitung sorgten Sängerin Gabriela Jurévicz und Gittarist Szaba Szekely.
Matthias Cosler, zweiter Vorsitzender und Gründungsmitglied der Aachener Tafel, sagte: "Durch das eigene Auto werden wir jetzt unabhängiger, vor allem wenn es darum geht, größere Mengen zu transportieren". Anschließend trat Rolf Kourten, Leiter des Sozialamtes, ans Mikrofon. Er zeigte sich vor allem von der Entwicklung der Einrichtung beeindruckt: "Die Aachener Tafel ist ein wenig auch mein Kind, zumindest geistig. Was sich in den vier Jahren aus dieser kleinen Einrichtung entwickelt hat, ist unglaublich." Kourten sagte weiter, er glaube, dass die Tafel mit dem Wagen wachsen werde.
Finanziert wird das Kühlauto von 52 Sponsoren aus dem Aachener Raum. Als Werbung für ihre Firmen sehen diese die Aktion allerdings nicht. "Der soziale Effekt sollte im Vordergrund stehen", sagt Stefan Schoenfeld von der Firma "B. Greive", die für den Kauf des Wagens und für die Sponsorenfindung zuständig war.

Seit vier Jahren

Organisationen wie die "Aachener Tafel" gibt es deutschlandweit in rund 80 Städten. Der Laden auf dem Adalbertsteinweg 123 besteht nun seit vier Jahren. Zehn Gründungsmitglieder bemühen sich hier mit anderen Helfern auf ehrenamtlicher Basis darum, armen Menschen zu geringen Preisen einwandfrei erhaltene Lebensmittel anzubieten. Dabei wirken sie ohne Zuschüsse der Stadt.

Bildunterschrift: Helfer der Aachener Tafel freuen sich über das neue Fahrzeug: Schlüsselübergabe durch Stefan Schoenfeld (2. von links) an Matthias Cosler, 2. Vorsitzender der "Tafel".
Foto: Heike Lachmann

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Pressetext vom 3/4 1999

Kirchenzeitung März/April 1999

Auch am Monatsende soll der Mensch essen können

Die "Aachener Tafel" bringt Lebensmittel noch vor ihrem Verfallsdatum zum Verkauf an bedürftige Mitmenschen

Gedränge und leere Regale – zwei untrügliche Zeichen, daß eine tolle Geschäftsidee voll eingeschlagen ist. "Aachener Tafel e.V." heißt die gute Adresse: Käufer nicht nur aus dem Ostviertel, sondern aus ganz Aachen nutzen den neuen Laden.
Das Geschäftskonzept der Aachener Tafel, Lebensmittel zu vergünstigten Preisen zu verkaufen, entstand aus der Not: "Vielen Bedürftigen fehlt am Monatsende das Geld, und dann wird am Essen gespart", berichtet Vereinsvorsitzende Hildegard van de Braak. Die Sozialarbeiterin der katholischen Kirchengemeinden St. Josef und Fronleichnam in Aachens Osten kennt die alltägliche Situation der ärmeren Leute. Rasch suchte sie Mitstreiter für ein Projekt, das den Hunger stillt. Zwanzig Ehrenamtliche gründeten die "Aachener Tafel e.V. und führen seit Mitte Februar den Laden.
"Eine christliche Gemeinschaft lebt in der Gesellschaft und schaut über ihren Tellerrand hinaus. Das heißt hier im Viertel: Armut bekämpfen und zugleich die Würde der Armen wahren." So begründet Laila Vannahme ihre Mitarbeit bei der Vereinsgründung. Die Tafel und ihre vielen Unterstützer geben keine Almosen, sondern "die Bedürftigen sind ganz normale Kunden und sie kaufen richtig ein: Sie suchen aus und sie bezahlen", erläutert Leila Vannahme. Die Tafel ist ein normales Geschäft, wenngleich die Waren nur zehn Prozent des ursprünglichen Verkaufspreises kosten. Das kommt, weil die Waren kurz vor dem Verfallsdatum stehen, und andere Geschäften sie in der kurzen Restzeit nicht mehr verkaufen würden.
Daß das kleine Geschäft am Adalbertsteinweg Bedürftige aus ihrer Isolation herausholt, hofft Hildegard van de Braak: "Wer wenig Geld hat, zieht sich zumeist zurück. In der Tafel können die Leute beim Einkaufen Kontakte knüpfen.".

Wegen der niedrigen Preise liegen die Vorteile für die Verbraucher auf der Hand. Allerdings auch für die Geschäftsleute, die ihre Nahrungsmittel an die Tafel abgeben: Sie müssen Lebensmittel mit Verfallsdatum nicht mehr kostspielig entsorgen, sondern sie rufen kurz bei der Tafel an. Die Ladenleute holen die einwandfreie Ware kostenfrei ab, stellen auf Wunsch eine Spendenquittung aus.
Weitere Händler, die der Tafel Ware kostenlos überlassen, werden noch gesucht. Von offizieller Seite warb Stadtteil-Bürgermeisterin Margret Ortstein am Eröffnungstag um Unterstützung. Eine Auszeichnung wurde der Tafel auch schon verliehen: Als sozial, ökonomisch und ökologisch vorbildliches Projekt bewertet sie die Aachener Umwelt- und Wirschafts-Stiftung Kathy Beys. Kontaktadresse für Geschäftsleute, Spender und Interessierte: Aachener Tafel e.V. Adalbertsteinweg 123, Tel.: 0241/509555. Burckhard R. Knipping

Bildunterschrift: Für viele ist die Aachener Tafel ein notwendiger Weg zum Einkauf von preiswerten Lebensmitteln.

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Pressetext vom 20.02.1999

Aachener Nachrichten 20.02.1999

Am Freitag eröffnet – Lebensmittel für Bedürftige

"Eine gute Sache": Der Tafel-Laden

Aachen (kd). "Aachener Tafel", Adalbertsteinweg 123c: Das ist die Adresse, bei der Aachener, denen nur geringe finanzielle Mittel zum Lebensunterhalt zur Verfügung stehen, nun einkaufen können. Eröffnung war am Freitagvormittag.

Der kleine Laden an der Josefskirche, direkt neben Amnesty International, konnte die etwa 40 Besucher gar nicht fassen. Mitarbeiter des Vereins "Aachener Tafel", des Sozialamtes, Sponsoren und andere Interessierte waren gekommen, um die Eröffnung des Ladens zu feiern.
Hildegard van de Braak, erste Vorsitzende des Vereins, erklärte die Umstände, die zur Eröffnung des Ladens geführt haben: "Rolf Kourten, Leiter des Sozialamtes, drückte mir eines Tages ein Blatt in die Hand, auf dem die Idee der "Aachener Tafel" festgehalten war. Ich nahm mit seiner Unterstützung die Arbeit auf, es kamen immer mehr Leute dazu, der Verein wurde gegründet und schließlich der Laden ins Leben gerufen." Für Bürgermeisterin Margret Ortstein ist der Laden "eine gute Sache, die Aachen noch gefehlt hat".
Wichtig ist für sie, "daß die Menschen als Kunden, nicht als Almosenemfänger kommen, daß Lebensmittel nicht auf dem Müll landen und daß im Hinblick auf soziales und ökologisches Bewußtsein etwas getan wird."
Deshalb ruft sie auch die Geschäftsleute auf, den Laden mit gesponserten Lebensmitteln zu unterstützen (Auskunft: Tel.: 50 95 55). Die Stadt sponsert zur Zeit die Ladenmiete.

Einkaufszeiten

Einkaufen kann man in dem Laden dienstags bis freitags, 16 bis 18 Uhr, und samstags, 14 bis 16 Uhr, jeder, der "bedürftig" ist (z.B. Sozial- und Arbeitslosenhilfeempfänger) und der dazu eine schriftliche Erklärung abgibt.
Im Gegenzug gibt es eine Kundenkarte, mit der Lebensmittel zu einem Bruchteil des normalen Preises erstanden werden können.

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Berichte in der Lokalzeit Aachen

Zwei kurze Filme, die die Arbeit der Aachener-Tafel anschaulich wiedergeben.

Lebensmittelspenden vom 07.07.2004 (ram/2.56 min./1.000 kb)

Kinder ohne Essen vom 06.10.2004 (ram/4.23 min./1.450 kb)

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